Keine neuen Stadtteile in Lindow und Friedenstal - Innehalten, ohne Stillstand!

Wie jetzt bekannt wurde, planen Investoren auch in Bernau-Friedenstal noch ein neues Wohngebiet. Zwischen Schönower Chaussee und Mainstraße sollen mehr als 5.000 zusätzliche Wohnungen entstehen. Zusammen mit den Planungen des Rathauses für einen neuen Stadtteil in Lindow an der Schwanebecker Chaussee mit nochmal gut 2.200 Wohnungen bedeutet dies einen Zuzug von weit mehr als 15.000 Einwohnern in naher Zukunft. Wir lehnen diese Pläne und ein Wachstum unserer Stadt auf deutlich über 50.000 Menschen ab.

Warum? Der Verkehr hat zugenommen. Die Plätze in unseren Kindergärten und Schulen sind knapp geworden, gar vollständig belegt. Die Einkaufsmöglichkeiten für den täglichen Bedarf sind trotz moderner Filialen mehr als begrenzt oder wurden sogar wie im Puschkinviertel geschlossen. S-Bahn und Regionalbahn sind in den morgendlichen und Nachmittagsstunden voll mit Pendlerinnen und Pendlern, Facharzttermine schwer oder gar nicht zu bekommen und Allgemeinmediziner fehlen. Mit dem Zuzug in die Wohngebiete am Pankepark und Schönfelder Weg, im Venusbogen, hinter REWE in Schönow oder entlang der Schönower Chaussee bis zur Konrad-Zuse-Straße wird die Bernauer Bevölkerung bald auf mehr als 45.000 Einwohner anwachsen. Dieses Wachstum überfordert viele, überbelastet unsere Verkehrs- und soziale Infrastruktur und strapaziert den kommunalen Haushalt in seltener Weise. Das Zusammenleben und Zusammenwachsen in unserer Stadt wird dadurch nicht gefördert.

Für die CDU Bernau ist klar, dass nach dem rasanten Wachstum der letzten Zeit jetzt eine Phase beginnen muss, in der wir innehalten und uns um die Menschen, die schon hier leben, besser kümmern müssen. Wir müssen ihre Ängste, Sorgen und Nöte im Alltag ernst nehmen. Wir haben daher für die nächste Sitzung der Stadtverordnetenversammlung einen Antrag eingebracht, die Landesregierung in Potsdam aufzufordern, den Landesentwicklungsplan zu korrigieren. Die einseitige Konzentration des Wachstums auf den Speckgürtel belastet Bernau, obwohl in der Fläche des Landes genügend Entwicklungspotenzial und Entwicklungsbereitschaft für mehr Wachstum vorhanden ist. Während andere Regionen gebremst werden, leiden wir unter massiven Wachstumsschmerzen.

Hierzu stellte Daniel Sauer, Bernauer CDU-Vorsitzender, fest: „Als ich von den Plänen für den Mega-Stadtteil gehört habe, wollte ich es erst nicht glauben. Aber ja, im Internet wird dieses Projekt schon konkret beworben. Unglaublich, bevor wir weiteren Zuzug nach Bernau organisieren, sollten wir lieber alle Anstrengungen darauf richten, den 10-Minuten-Takt der S-Bahn zu organisieren. Bernau hat kein echtes Wohnungsproblem. Unser Wachstum dient nur dazu, die jahrelangen Versäumnisse des Berliner Senats im Wohnungsbau auszugleichen."

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