"So muss ein Bürgermeister sein"

März 2014 | WfB

15.03.2014

In zwei Wochen sind alle Bernauer und Bernauerinnen durch ein Abwahlbegehren der WAV-Initiative aufgrund der Altanschließer-Beiträge aufgerufen unseren Bürgermeister, Hubert Handke, abzuwählen. Doch immer mehr parteiübergreifende und politisch unabhängige Stimmen zur Unterstützung unseres Bürgermeisters werden laut. Die Bernauer SPD vertritt ein "NEIN" zur Abwahl. Der ehemalige Vorstandsvoritzende der Sparkasse Barnim, Josef Keil, erklärt uns in einem Interview wieso er die Bernauer Bürger aufruft ihren Bürgermeister nicht abzuwählen.

Herr Keil, Sie sind als bekennender Sozialdemokrat parteiübergreifend gegen eine Abwahl von Hubert Handke, weshalb?

"Ich schätze seine Arbeit für unsere Stadt. Er ist ein guter Bürgermeister und ein fuhrungsstarker Vorgesetzter. Er kann die Mitarbeiter im Rathaus motivieren. Er ist angetreten um für ganz Bernau das Beste zu tun. Er weist Gruppeninteressen in die Schranken. So muss ein Bürgermeister sein. Für ihn ist das Sozialstaatsprinzip Richtschnur. Breite schultern müssen mehr tragen als schmale. Das unterschreibe ich auch als Sozialdemokrat."

Sie sagen, wenn man Zuzug, Investitionen, Wachstum und Wohlstand für seine Stadt erreichen möchte, muss man auch unpopuläre, aber gerechte Entscheidungen treffen. Aus welchen Gründen ist das das Beitragsmodell gerechter als ein Gebührenmodell?

"Wenn Grundstücke voll erschlossen sind, sind sie danach wertvoller. Dieser Wertzuwachs steht dem Grundstückseigentümer zu. Daher muss er sich auch mit Beiträgen beteiligen. Gebühren müssen alle, Mieter und Eigentümer bezahlen. Der Aufwand für eine Vollerschliessung eines Grundstückes ist für ein Einfamilienhaus aber im Vergleich mit einem Mehrfamilienhaus ungleich größer. Deswegen sind Beiträge sozial gerecht. Nur Gebühren sind sozial ungerecht."

Seit vielen Wochen laufen Sie auf den Dienstags-Demos mit zwei Plakaten über den Bernauer Marktplatz. Welche Reaktionen sind Ihnen besonders in Erinnerung geblieben?

"Einige Zeitgenossen fühlten sich belästigt. Bisher bekamen sie keinen Widerspruch. Das war nun anders. Ziemlich rechte Sprüche wurden mir an den Kopf geworfen. In einer politischen Zeitschrift aus Eberswalde brachte der Verfasser einer Satire Verständnis für die Abwasserdemonstranten auf, die mir Prügel angedroht haben. Aber so etwas lässt mich kalt."

Last but not least. Wir haben ein Super-Wahljahr vor uns. Sie kandidieren zur Kommunalwahl für die Stadtverordnetenversammlung von Bernau und den Kreistag Barnim. Was haben Sie sich als Abgeordneter für die nächsten fünf Jahre vorgenommen?

"Wenn ich gewählt werde, so setze ich mich für die wirtschaftliche Entwicklung ein. Rentable Arbeitsplätze, regionale Kreisläufe, regional erzeugte Energie in privater und öffentlicher Hand und schließlich Stärkung der Gewerkschaften, damit sie ein kraftvoller Partner bei Tarifverhandlungen sind. Und die Kultur liegt mir am Herzen. Sie macht das Leben bunter. Investitionen in die Kultur zahlen sich in Zuzug und mehr Arbeitsplätzen aus.

aktualisiert von Administrator, 15.03.2014, 13:45 Uhr