Renate Richter für Hubert Handke

Initiative WIR für Bernau

05.02.2014

"Damals aus Berlin kommend und in der privaten Bauwirtschaft tätig, war ich genervt von vielen politischen Entscheidungen. Natürlich würde ich alles ganz anders und viel besser machen, wenn ich auf deren Sessel sitzen würde, dachte ich damals.

Dann wurde ich Ortsteilbürgermeisterin von Ladeburg und hoffte, ich kann, genauso wie bei meinen eigenen privaten oder beruflichen Entscheidungen, Themen sachlich abwägen und ein Vorhaben gemeinsam mit den Bürgern schnell umsetzen, damit wir alle hier in Ladeburg schnell besser leben werden.
In den folgenden Jahren musste ich in aller Deutlichkeit erfahren, dass es schlicht unmöglich ist, es allen Menschen Recht zu machen. Es ist eine Kunst, die niemand kann. Schon deshalb, weil alle Menschen individuelle Vorstellungen und Lebenswünsche haben. Auch mit dem besten Willen und großem Engagement entspricht eine politische Entscheidung für ein Kollektiv nie den Vorstellungen und Wünsche aller Menschen. Und schon gar nicht, wenn ein Bürgermeister im Rahmen aller bestehenden Gesetze allen Bürgern Sorge und Rechenschaft tragen muss.

Hubert Handke soll nun abgewählt werden. Warum genau, konnte mir bis heute keiner der Initiatoren erklären und sie widersprechen sich. Einerseits wird ihm vorgeworfen, dass er sich nicht an die Gesetze hält und gleichfalls wird gefordert, er solle sich nicht immer hinter den Gesetzen verstecken. Einerseits wird ihm vorgeworfen, dass er nie entscheidet und alles der SVV vorlegt, andererseits wird er nun allein für angebliche Verfehlungen verantwortlich gemacht. Einerseits wird auf die demokratischen Grundlagen hingewiesen, anderseits werden demokratische Mehrheitsentscheidungen der SVV ignoriert.

Wie schwer es ist, eine befriedigende Entscheidung für alle zu treffen, zeigen solche Beispiele:
Bordsteinabsenkung an den Fußgängerüberwegen. Um mit Rolli, Rollstuhl und Kinderwagen bequem zu queren, soll die Kante so tief wie möglich abgesenkt werden. Um es jedoch auch für Blinde gefahrlos zu machen, sollte mindestens eine Kante von 3 cm Höhe da sein.
Oder der Winterdienst. Sollte die Stadt mehr Winterdienste vorhalten, damit bei Bedarf schnellstens alles beräumt wird, oder sollte man im Interesse der Beitragszahler eher sparsam kalkulieren und damit hinnehmen, dass Nebenstraßen erst mit Verzögerung geräumt werden?
Wie würden Sie entscheiden? Wie schwer solche Entscheidungen mitunter sind und wie hart Abgeordnete und Verwaltung darum ringen, können Sie selbst in jeder Stadtverordnetenversammlung oder eine Ausschusssitzung verfolgen.

Hubert Handke trägt als Stadtoberhaupt Sorge für rund 37.000 Bürgerinnen und Bürger. Alte und Kinder, Kranke und Mobile, Neuzugezogene und Alteingesessene, Händler, Unternehmer und Arbeitssuchende, Pendler, Autofahrer, Fußgänger und Fahrradfahrer, Skater, Blinde und Rollstuhlfahrer, Schüler, Verwaltungsmitarbeiter und viele mehr. Wer schon mal ein Team geleitet hat, kann ahnen, wie umfangreich diese Aufgabe ist. Allein in einer Familie alle Wünsche unter einen Hut zu bringen, ist heutzutage fast unlösbar.

Im letzten Jahr hat die SVV unseren Bürgermeister mit dem Amt des Verbandsvorstehers des Zweckabwasserverbandes betraut. Ich bin sicher: jeder von uns hätte gern auf dieses Amt verzichtet. Herr Handke jedoch rettete sich nicht in „trockne Tücher“ und verzichtet auf dieses Amt. Er lässt den Verband, seine Mitglieder und die betroffenen Menschen in dieser angespannten Situation nicht allein und steht zu unserer Stadt Bernau und die damit verbundenen Herausforderungen.
Allein aus diesem Grund hat unser Bürgermeister, Hubert Handke, meine und Ihre Unterstützung verdient. Es gibt viel zu tun, packen wir an und setzen unsere Kräfte gemeinsam für unsere Stadt ein.

Ihre Renate Richter"

aktualisiert von Administrator, 05.02.2014, 13:09 Uhr