Der geplante Ausbau des Flugplatzes Eberswalde-Finow findet zunehmend Zustimmung. Im Raumordnungsverfahren für den beantragten Flugbetrieb von 85 Tonnen schweren Flugzeugen und jährlich mehr als zwei Millionen Passagieren gibt es bislang 21 positive Stellungnahmen aus der Region. Das Spektrum der Befürworter reicht von der Barnimer MIT und dem CDU-Stadtverband Bernau bis zur Kreistagsfraktion und dem Landtagsabgeordneten der Linken Ralf Christoffers.

Der Ausbau eines Regionalflughafens sei fester Bestandteil der Entwicklungskonzeption des Landkreises und wichtig für die wirtschaftliche, arbeitsmarktpolitische und touristische Entwicklung, so die Linken. Sie verweisen darauf, dass der Bedarf für den Flugplatz durch Studien nachgewiesen sei, der Investor den Ausbau weitgehend ohne öffentliche Förderung realisieren will und dass eine wirtschaftliche Gefährdung des Großflughafens BBI Schönefeld nicht gegeben sei. Eine Sicherung der Entwicklung des Flughafens wäre nach Ansicht der Fraktion der Linken auch ein wichtiges Signal für die Aktivitäten weiterer Investoren.

Inzwischen hat sich auch eine Bürgerinitiative pro Flugplatzausbau gegründet. Die BI "Mein Arbeitsplatz am Flugplatz Finow" hat in ihrer Stellungnahme zum Flugplatzausbau die Unterstützung der Investitionsabsichten der Tower Finow GmbH gefordert. Das Schreiben trägt die Unterschrift von 71 Unterstützern, die angaben, dass ihre Arbeitsplätze direkt vom Flugplatzbetrieb abhängig sind. Den Ausbau des Regionalflughafens bezeichnete der MIT-Kreisvorsitzende Rainer Oettel als "wesentliches Entwicklungsprojekt", von dem Bürger, Familien, Unternehmen, Kommunen aber auch Touristen, Ansiedler und Investoren profitieren.

Die gemeinsame Landesplanung Berlin-Brandenburg, so Oettel, könne nur gelingen, wenn die zentralen Orte in Brandenburg eine eigene wirtschaftliche Entwicklung haben. Dagegen lege die Landesplanung eine "zementierende Rücksetzung regionaler Interessen zugunsten der Hauptstadt" fest. Man dürfe nicht so tun, als ob man "im Sinne eines Revieranspruchs" festlegen könne, auf welchen Wegen die Berliner und Brandenburger zu reisen haben.Die MIT Barnim verweist auf zwei Studien (Mkmetric, Karlsruhe, Uniconsult, Hamburg u.a.), in denen unter anderem die Konkurrenzsituation zwischen Flugplätzen erörtert werde. Demnach würde durch die Koexistenz von BBI und Finow ein größerer volkswirtschaftlicher Nutzen entstehen. Werde Finow nicht ausgebaut, würden sich die Passagierströme nach außerhalb des Landes verlagern, auch zu Lasten von BBI.

Erheblichen Widerstand gegen den Ausbau gibt es dagegen in Marienwerder. Wie berichtet, verweist die Gemeinde in ihrer Stellungnahme zum Raumordnungsverfahren darauf, dass ein Ausbau des Flugplatzes eine unakzeptable Lärmbelästigung bringen würde. Der Tourismus in der Region würde nicht profitieren, sondern unter dem Ausbau leiden.

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