Schildbürgerstreich zum S-Bahnstart in Bernau?

17.08.2018

Seit heute morgen rollt die S-Bahn wieder. Geduldig haben tausende Pendler von und nach Bernau den wochenlangen Schienenersatzverkehr in unklimatisierten Bussen und der sommerlichen Gluthitze ertragen. Doch anstelle des erhofften Aufatmens folgt nun die nächste Ernüchterung. Dazu haben uns heute morgen erste Bürgerhinweise erreicht. 

Wie die S-Bahn Berlin mitgeteilt hat, wird die S2 bis auf weiteres 5 Minuten später in Bernau ankommen. Die Ankunft erfolgt jetzt zur vollen Stunde und dann alle 20 Minuten. Damit sind die beiden Stadtbuslinien 869 nach Lobetal und Ladeburg sowie 868 nach Schönow fast den ganzen Tag über laut Fahrplan nicht mehr im direkten Anschluss zu erreichen. Sie sind bereits abgefahren oder es bleibt eine viel zu kurze Umsteigezeit. Zusätzliche Wartezeiten zwischen 20 Minuten und einer Stunde sind die Folge.

Für die Bernauer Christdemokraten ein wahrer Schildbürgerstreich. Solche eine unabgestimmte Planung des VBB, der S-Bahn und des Landkreises Barnim wirft die Frage auf, ob es den öPNV-Verantwortlichen wirklich darum geht, mit attraktiven Nahverkehrsangeboten in einer Wachstumsregion die Menschen dazu zu bewegen, Verkehr zu vermeiden und das Auto stehen zu lassen.
 
„Als ich heute morgen davon erfahren habe, wollte ich es erst nicht glauben. Doch ein Blick in die aktuelle Fahrplanauskunft hat mich eines Besseren belehrt. Was hier den Menschen im täglichen Berufsverkehr zugemutet wird, kein 10-Minuten-Takt und verpasste Anschlüsse, grenzt für mich an Pendlerschikane. Hier muss durch die Verantwortlichen dringend nachgesteuert werden. Ich habe mich daher an den neuen Landrat, Daniel Kurth, gewandt, und ihn gebeten, sich der Sache anzunehmen. Ich gehe davon aus, dass er für eine unverzügliche Lösung im Interesse der Betroffenen sorgen wird“, stellt kopfschüttelnd Daniel Sauer, Vorsitzender der CDU Bernau, fest.
aktualisiert von Daniel Sauer, 09.01.2019, 23:28 Uhr